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Proceedings of the XXIII World Congress of Philosophy

Volume 69, 2018

Political Philosophy

Toros Güneş Esgün
Pages 459-464

Die Politik als Emanzipation: Ein Kommentar zur Antigone aus der Sicht Rancières

Die Frage, wie man das Politische definieren kann, ist eine der wesentlichen Fragen der gegenwärtigen politischen Philosophie: Was macht eine Handlung oder eine Idee „politisch“ oder „unpolitisch“? Um diese Frage zu beantworten, muss zunächst bestimmt werden, was das Politische von der Politik unterscheidet. Seit Carl Schmitt gibt es verschiedene Kriterien für diese Unterscheidung. Letztlich hat Jacques Rancière „das Politische“ als Antagonismus zwischen Politik und Polizei definiert und behauptet, ähnlich wie der Ansatz der politischen Anthropologie, dass die Politik außerhalb des Staates möglich ist. In diesem Zusammenhang ist Sophokles’ Tragödie Antigone problematisch, denn es gibt zahlreiche Kommentare, die Antigones Handeln „unpolitisch“ nennen. In diesem Beitrag werde ich versuchen zu zeigen, dass Antigones Position nicht „unpolitisch“ genannt werden kann. Am Schluss werde ich aus der Sicht Rancières erläutern, warum Antigones Handeln „politisch“ ist und wie Politik als Emanzipation und Gleichheit möglich sein kann.