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The Proceedings of the Twenty-First World Congress of Philosophy

Volume 11, 2007

Contemporary Philosophy

Martha Zapata Galindo
Pages 19-23
DOI: 10.5840/wcp2120071183

Philosophie und Politik
Nietzsches Denken und der Nationalsozialismus

Im Folgenden werden die unterschiedlichen Nietzsche-Bilder der deutschen Philosophie skizziert und insbesondere wird nach ihrer Bedeutung im nationalsozialistischen Kontext gefragt. Dabei geht es nicht darum, festzustellen, ob Nietzsche ein "Wegbereiter" des Nationalsozialismus war oder nicht. In der Hauptsache sollen die wichtigsten Nietzsche- Interpretationen - aus den Jahren zwischen 1930 und 1945 - in konkreten politischen und gesellschaftlichen Lagen und Verhältnissen sichtbar gemacht werden. Daher werden die konkreten historischen Bedingungen, unter denen Nietzsches Denken gedeutet wurde, zum Ausgangspunkt gemacht. In diesem Vortrag wird auf die wichtigsten Schnittstellen für die Faschisierung von Nietzsches Philosophie hingewiesen. Unter Faschisierung ist eine bestimmte Reorganisation der bürgerlichen Gesellschaft zu verstehen, bei der die Parteien und Organisationen der Arbeiterbewegung ausgeschaltet und die Instanzen der Zivilgesellschaft als Apparate des Führer-Staates refunktionalisiert werden. Als ideelle Vergesellschaftungsmacht leistete die Philosophie hier ihren Beitrag zur Stabilisierung der nationalsozialistischen Herrschaft, indem sie eine zustimmende Wahrnehmung der gesellschaftlichen Verhältnisse organisierte. Gerade in dieser Richtung leistete die Nietzsche- Interpretation zwischen 1933 und 1945 einen wesentlichen Beitrag nicht nur zur Konstitution eines nationalsozialistischen Subjekts, sondern zugleich zur Reproduktion der Herrschaft.

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