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The Proceedings of the Twenty-First World Congress of Philosophy

Volume 1, 2007

Ethics

Ulrich F. Wodarzik
Pages 31-44
DOI: 10.5840/wcp2120071272

Zwischen Natur- und Sittengesetzlichkeit Objektivität, Leben und Normativität

Der lebendige Mensch befindet sich immer zwischen Erfahrung und Metaphysik, er ist Natur und Freiheit zugleich. Anders gesagt erfährt sich der von Welt umgebende Mensch als ein freiheitliches Wesen, das unter einem bedingungslosen moralischen Sollensanspruch steht, der an keine Kontingenz geknüpft ist. Betrachten wir die moralische Dimension genauer, so erkennen wir moralischen Pflichten gegenüber uns selbst und anderen als Gebote Gottes.1 Das bewusste Leben selbst gibt uns Zwecke, die wir weder theoretisch noch praktisch auf den Begriff bringen können.2 Kant spricht vom Leben als ein Vermögen, dass einen inneren selbst-bestimmten Anstoß zum praktischen Handeln im Sinne einer inneren Kausalität darstellt. Wir müssen ein naturgemäßes Leben von einem guten Leben unterscheiden. Idealiter gesehen oder im Zustand der Glückseligkeit ist das natürliche und das moralisch gute Leben ein und das selbe.3 Ein natürliches und ein gutes Leben soll der Mensch führen, denn die Natur ermöglicht sittliches Handeln und sittliches Handeln macht natürliches Leben lebenswerter. Kant hat in seiner epochalen Kritik der Urteilkraft ein für alle mal gezeigt, dass nur der Mensch unbedingter Endzweck der Schöpfung ist, nicht als natürliches sondern als ein moralisches Wesen betrachtet, denn »im Menschen, aber auch in diesem nur als Subjekte der Moralität, ist die unbedingte Gesetzgebung in Ansehung der Zwecke anzutreffen, welche ihn also allein fähig macht, ein Endzweck zu sein, dem die ganze Natur teleologisch untergeordnet ist.4« So gesehen ist der Mensch sich eines physikotheologischen Verhältnisses bewusst und muss es aushalten, und es fragt sich wie der Hiatus zwischen Natur und Freiheit zu denken ist.

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