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Fichte-Studien

Volume 48, 2020

Fichtes Bildtheorie im Kontext, Teil II

Jakub Kloc-Konkołowicz
Pages 277-292

Fichtes Begriff der Aufklärung als der wachsenden Klarheit der Bilder
Das Konzept des Bildes und seine praktisch-politischen Implikationen

In his late writings Fichte resorts to a formal notion of image that appears very modern. Probably for the first time in modern philosophy the world is being so consequently reinterpreted as a continuity of projected images, which are themselves „images of images”. Other than in the post-metaphysical philosophy the object of critique is here not the truth-relation of images, but rather their empirical interpretation. Knowledge is not understood as a copy of external objects, but, to the contrary, the external objects are held for representations. This ‚discovery‘ of the image-character of the world is for Fichte the first step towards the disavowal of images as only images. Enlightenment is hence being understood as the increasing transparency of images. The article depicts the following steps of the process of making-transparent of the world. Afterwards the role of the subject in this process is presented. The I, as the scheme of scheme of scheme, is the very image which makes it possible for the images to become conscious of their image-nature. Out of it there result certain principles of ethical action, as well for the individual, as for the state. At the same time the coercion of state proves to be justifiable only as an education towards the correct insight of citizens, so that under the aspired final conditions the action out of insight (and not on the basis of coercion) becomes possible. In this way the proper functioning state strives for its own abolishment. In seinen späten Schriften verwendet Johann Gottlieb Fichte einen formalen Begriff des Bildes, der sehr modern anmutet. Vielleicht zum ersten Mal in der modernen Philosophie wird hier die Welt so konsequent zu einem Zusammenhang der projizierten Bilder umgedeutet, die „Bilder von Bildern” sind. Anders als in der nachmetaphysischen Philosophie bildet hier jedoch nicht die Wahrheitsreferenz der Bilder den Gegenstand der Polemik, sondern ihre empirische Deutung. Wissen ist kein Abbild der äußeren Gegenstände, sondern, im Gegenteil, die äußeren Gegenstände sind ein Abgebildetes. Für Fichte ist die ‚Entdeckung‘ des Bildwesens der Welt der erste Schritt zur Desavouierung der Bilder nur als Bilder. Aufklärung bedeutet für ihn folglich die wachsende Transparenz der Bilder. Im vorliegenden Beitrag werden einzelne Schritte dieses Prozesses des Transparent-Machens der Welt skizziert, dann wird die Rolle des Subjekts in diesem Prozess dargestellt. Das Ich ist Schema vom Schema des Schemas – dasjenige Bild, in dem sich die Bilder ihres Bildcharakters bewusst werden. Daraus resultieren sowohl fur den Einzelnen, wie auch für den Staat die Prinzipien des sittlichen Handelns. Dabei zeigt sich, dass der staatliche Zwang lediglich als Erziehung zur richtigen Einsicht der Burger gerechtfertigt wird, so dass im erstrebten Endzustand das Handeln aus der Einsicht (und nicht aufgrund des Zwangs) möglich wird. So strebt der richtig funktionierende Staat seine Selbstaufhebung an.

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