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Fichte-Studien

Volume 48, 2020

Fichtes Bildtheorie im Kontext, Teil II

Francesca Fantasia
Pages 133-149

Bild und Logos bei Fichte. Der Zusammenhang zwischen Sollen und Freiheit mittels der Bildstruktur

This article shows how the correlation between duty and freedom in the moral philosophy of Fichte can be seen as an image constellation. From the perspective of the real being, the act of the absolute opening of reflexivity in the conditional is an object of an ethical duty. Moral law regulates the transition from self-evidence of the absolute to its actual occurrence. Moral law is a logos: It forms people ontologically, and it regulates the process of ‘becoming image’ of the absolute. The genesis of reality, according to Fichte, occurs only through freedom, the theoretical-practical formational principle of the world. This law is the basis of ideals. As such, it is not the basis of the real. Through freedom – spontaneity and non-law – it produces itself, on the one hand, negatively in the real. As the basis of ideals, on the other hand, this law occurs as an ethical norm – non-freedom – and retains its difference to the real. Freedom, in contrast, is the basis and formational principle of reality. As such, it produces, for one, through the negative relationship to the law and forms the real. As genesis and spontaneity, freedom occurs always as non-law and, as such, retains its difference to ideals. In this double negation, the correlation between real and ideal being is simultaneously formed. Freedom remains the object of an absolute duty. Der Beitrag zeigt, wie der Zusammenhang zwischen Sollen und Freiheit in der Moralphilosophie Fichtes als Bildzusammenhang gesehen werden kann. Aus der Perspektive des realen Seins ist der Akt der unbedingten Öffnung der Reflexivität hin zum Bedingten Gegenstand eines ethischen Sollens. Das Moralgesetz regelt den Übergang von der Selbstdurchsichtigkeit des Absoluten zu seinem wirklichen Geschehen. Das Gesetz ist ein Logos: Es bildet ontologisch den Menschen und es regelt den Prozess der ‚Bild Werdung‘ des Absoluten. Die Genese der Realität vollzieht sich nach Fichte nur durch die Freiheit, als dem theoretisch-praktischen bildenden Prinzip der Welt. Das Gesetz ist die Grundlage des Idealen. Als solches ist es keine Grundlage des Realen: Durch die Freiheit – Spontaneitat und Nicht-Gesetz – stellt es sich einerseits, negativ, in dem Realen her. Als Grundlage des Idealen andererseits, tritt das Gesetz als ethische Norm – Nicht-Freiheit – auf, und behält seine Differenz zu dem Realen. Die Freiheit ist dagegen Grundlage und bildendes Prinzip der Wirklichkeit. Als solche stellt sie sich einerseits durch die negative Beziehung zu dem Gesetz her, und bildet das Reale. Als Ursprung und Spontaneität tritt die Freiheit andererseits immer als Nicht-Gesetz auf und behält als solche ihre Differenz zu dem Idealen. In dieser doppelten Negation stellt sich zugleich der Zusammenhang zwischen realem und idealem Sein her. So bleibt die Freiheit Gegenstand eines unbedingten Sollens.

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