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Fichte-Studien

Volume 48, 2020

Fichtes Bildtheorie im Kontext, Teil II

Tamás Hankovszky
Pages 90-108

»Die durch das Bild angegebene Regel«. Die Ersetzung des Schemas durch das Symbol in der Sprachphilosophie der Reden an die deutsche Nation

According to the early Fichte, designation of mental concepts and highly abstract concepts happens by means of ‘schemata’. Through an unconscious mechanism, we transfer the name of a sensible thing into a supersensible object. Fichte looked upon this process as a source of mistakes. In Addresses to the German Nation, he changes his conception and puts symbols or actual images in the place of schemata. These images don’t unify sensible and supersensible notions as schemata do, rather they draw an analogy between these notions. This analogy guides the subject in creating a notion. The word initiates and inspires the process for creating a notion. Furthermore, the word shows through the image, in what way we should set in motion our capacity of representation. So the word does not offer abstract rules for the reason but gives an image which contains the rules of procedure. From my point of view, Fichte modified his theory of language not only to deal with problems immanent to the philosophy of language. He aimed to construct a philosophy of language which was much more consistent with the view of the human being and the conception of intersubjectivity according to the Wissenschaftslehre. The modified philosophy of language proves more convincingly that basically when we understand speeches of others we neither apprehend perfect meanings nor receives ideas of others more or less passively but we re-create or re-produce thoughts of the speakers. Nach dem frühen Fichte bezeichnet die Sprache die „geistigen“ und die „sehr abstrakten“ Begriffe mit Hilfe von Schemata. Ein unbewusster Mechanismus überträgt den Namen sinnlicher Gegenstände auf übersinnliche. In diesem Verfahren sah Fichte eine Quelle von Fehlern. Die Reden modifizieren diese Theorie so, dass die Schemata durch Symbole bzw. Bilder ersetzt werden. Sie vereinigen nicht wie die Schemata sinnliche und übersinnliche Vorstellungen, sondern stellen eine Analogie zwischen ihnen her. Diese Analogie weist darauf hin, welche Vorstellung ein Subjekt bilden muss. Das Wort gibt einen Anlass und eine Anleitung zur Vorstellungsbildung und die von ihm bereitgestellte Information zeigt zugleich, wie wir unser Vorstellungsvermögen in Bewegung setzen müssen. Es teilt dabei keine abstrakten Regeln mit, sondern bietet in einem Bild Anweisung für das Gemüt. Nach meiner These änderte Fichte seine Sprachlehre nicht nur, um ein immanentes sprachphilosophisches Problem lösen zu können. Sein Ziel war es wohl auch, eine Sprachphilosophie zu schaffen, die besser dem Menschenbild der Wissenschaftslehre und ihrer Intersubjektivitätslehre entspricht, als die frühere. Die revidierte Sprachphilosophie kann überzeugender belegen, dass wir beim Verstehen der Sprache anderer Menschen nicht ausgemachte Bedeutungseinheiten begreifen und nicht Gedanken von außen aufnehmen, sondern diejenigen Gedanken re-produzieren und re-konstruieren, die auch der Redner gedacht und ausgesprochen hat.

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