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Fichte-Studien

Volume 48, 2020

Fichtes Bildtheorie im Kontext, Teil II

Philipp Höfele
Pages 67-89

Zwischen Selbsttätigkeit und Passivität. Ein Beitrag zur Rolle der Einbildungskraft und des Bildes bei Fichte und Heidegger

This paper outlines a systematic relation between Fichte and Heidegger concerning their interpretations of imagination (Einbildungskraft) and image, drawing on their early and in particular their later writings. In 1929, Heidegger deems it necessary to develop his interpretation of the concept of imagination as referring to the temporality of Dasein in opposition to its interpretation as a subjective faculty in idealism, particularly in Fichte. At the same time, however, an affirmative use of the concept of imagination (Einbildung), in analogy to Fichte, can also be observed in Heidegger’s writings, as, in the 1930s, he uses it to describe the unavailable ‘event’ of Being. Moreover, in spite of his pronounced criticism of the modern understanding of the ‘world as image’, Heidegger is also aware of a positive concept of the image, that he claims for art: understood that way, the image, according to Heidegger, is able to disclose the ‘happening of truth’ (das Geschehen der Wahrheit) in the ‘shape’ (Ge-bild) of art. Conversely, in his early writings Fichte already interprets the imagination as a structure generating time and preceding the I. Yet it is only after 1800 that Fichte’s interpretation shows some analogies to Heidegger’s concept of the image, when he argues for the pictorial character of all apparent reality. Fichte conceptualises this specific character of reality both as a generating principle and as something that both originates from and is related to a concept that is situated behind reality and cannot be visualised. Der Beitrag zeigt mit Blick auf die frühen und insbesondere spateren Schriften Fichtes und Heideggers eine Nahe zwischen beiden Denkern hinsichtlich ihrer Deutungen der Einbildungskraft und des Bildes auf. Zwar meint Heidegger 1929 zunächst, seine auf die Zeitlichkeit des Daseins bezogene Interpretation der Einbildungskraft in einen Gegensatz zu der vermögenstheoretischen Auslegung derselben im Idealismus und insbesondere bei Fichte rücken zu müssen. Doch lässt sich bei ihm zugleich auch ein affirmatives Heranziehen des Einbildungsbegriffes analog zu Fichte beobachten, insofern er ihn in den dreißiger Jahren sogar zur Beschreibung des unverfügbaren ‚Ereignissesʻ des Seins heranzieht. Trotz seiner vehementen Kritik des neuzeitlichen Begreifens der ‚Welt als Bildʻ kennt überdies auch Heidegger einen positiven Bildbegriff, den er für die Kunst einklagt, die im ‚Ge-bildʻ das ‚Geschehen der Wahrheitʻ offenzulegen vermöge. Umgekehrt lässt sich auch schon beim frühen Fichte eine Interpretation der Einbildungskraft nachweisen, die diese als eine Zeit generierende und dem Ich vorgelagerte Struktur herausstellt. Doch erst nach 1800 betont Fichte ähnlich wie Heidegger die bildliche Verfasstheit aller erscheinenden Wirklichkeit, welche er in ihrem Werdecharakter sowie in ihrer Verwiesenheit auf und Abkünftigkeit von etwas dahinter noch zu Situierendem und nicht zu Verbildlichendem herauszustellen sucht.

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