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Fichte-Studien

Volume 48, 2020

Fichtes Bildtheorie im Kontext, Teil II

Francisco Prata Gaspar
Pages 25-44

Wahrheit und Einbildungskraft
Erklärungsversuch einer Textstelle

At the end of the “Foundations of theoretical Knowledge”, in the second part of the first exposition of the Doctrine of Science (1794/5), Fichte says: imagination “does not delude, but gives truth and the only possible truth”. Although the expression – “only possible truth” – appears in the text only once, it seems to play a key role in structuring the doctrine of science, insofar it defines Fichte’s own point of view, whether in relation to pre-Kantian metaphysics, or in relation to Kantianism. The aim of this paper is to understand the notion of the “only possible truth” and its internal relation to imagination. In order to do that we need to revisit the background discussion that leads Fichte to establish imagination as the fundamental activity of human spirit and the ground of the only possible truth. Such discussion takes place as a confrontation with the skepticism of Salomon Maimon, precisely the philosopher who (as a result of his critique of Kant’s philosophy) says, as Fichte said, that reality is produced by the imagination, but who regards such reality to be an illusion. Am Ende der «Grundlage des theoretischen Wissens», des zweiten Teils der Darstellung der Wissenschaftslehre 1794/5, behauptet Fichte: die Einbildungskraft „täuscht ... nicht, sondern sie giebt Wahrheit, und die einzige mögliche Wahrheit”. Obwohl die Bezeichnung “die einzige mögliche Wahrheit” in dieser Darstellung sonst nicht mehr vorkommt, scheint sie eine zentrale Rolle zu spielen, insofern sie Fichtes Standpunkt sowohl gegenüber der vorkantischen, als auch der Kantischen Philosophie bestimmt. In diesem Beitrag geht es darum, den Begriff von “einzig-möglicher Wahrheit” und seine innere Verbindung zur Einbildungskraft zu verstehen. Dazu ist es erforderlich, die im Hintergrund stehende philosophische Auseinandersetzung darzulegen, die Fichte zu der Auffassung führt, dass die Einbildungskraft die grundlegende Tätigkeit des menschlichen Geistes und Grund dieser einzig-möglichen Wahrheit ist. Es geht hierbei um eine Auseinandersetzung mit dem Skeptiker Salomon Maimon, der ausgehend von einer Kritik an Kants Philosophie wie Fichte sagt, dass „die Realität durch die Einbildungskraft hervorgebracht wird”, der aber im Gegensatz zur Wissenschaftslehre diese Realität als eine Tauschung betrachtet.

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