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Fichte-Studien

Volume 48, 2020

Fichtes Bildtheorie im Kontext, Teil II

Silvan Imhof
Pages 3-24

Realität durch Einbildungskraft. Fichtes Antwort auf Maimons Skeptizismus in der Grundlage der gesammten Wissenschaftslehre

Concluding the deduction of imagination in § 4 of the Grundlage der gesammten Wissenschaftslehre, Fichte remarks that one lesson of the Wissenschaftslehre is that all reality is a product of imagination. One of the greatest thinkers of the age, Fichte writes, is teaching the same, but calls it a deception of imagination. Fichte’s remark is aimed at Salomon Maimon, and it shows that his deduction shouldn’t be read only as part of the systematic development of the theoretical Wissenschaftslehre, but should also be considered as an argument against a specific kind of scepticism. In order to examine this overlooked anti-sceptical aim in the first Wissenschaftslehre, an overview of the deduction of § 4 with a focus on the systematic role of imagination will first be given. Second, Maimon’s sceptical argument against transcendental philosophy will be explained. In the centre again will stand Maimon’s Humean concept of imagination. Finally, it will be shown in which sense Fichte’s deduction of imagination has to be taken in order to be an adequate response to Maimonian scepticism. An die Deduktion der Einbildungskraft in § 4 der Grundlage der gesammten Wissenschaftslehre schließt Fichte die Bemerkung an, es werde hier gelehrt, dass alle Realität durch die Einbildungskraft hervorgebracht wird. Einer der größten Denker des Zeitalters – gemeint ist Salomon Maimon – lehre das Gleiche, nur nenne er es eine Täuschung durch die Einbildungskraft. Diese Bemerkung lässt erkennen, dass die Deduktion der Einbildungskraft nicht nur im Dienst der Entwicklung des theoretischen Teils der Wissenschaftslehre steht, sondern dass sie auch im Sinne eines antiskeptischen Arguments verstanden werden muss. Um diesen Aspekt von Fichtes Konzeption der Einbildungskraft genauer zu beleuchten, wird erstens die Deduktion in § 4 mit Blick auf die systematische Rolle der Einbildungskraft dargestellt. Zweitens wird Maimons skeptisches Argument gegen die Transzendentalphilosophie präzisiert, auf das sich Fichte mit seiner Äußerung bezieht, wobei Maimons sich an Hume orientierendes Verständnis der Einbildungskraft im Zentrum steht. Zuletzt wird geprüft, in welchem Sinn Fichtes Deduktion der Einbildungskraft als Antwort auf Maimons Skeptizismus verstanden werden muss.

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