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Fichte-Studien

Volume 46, 2018

Das Nichts und das Sein

Hitoshi Minobe
Pages 115-126
DOI: 10.5840/fichte20184632

Fichte und Nishida
Das Absolute und das absolute Nichts

This article compares the theory of knowledge of Fichte with that of the Japanese Philosopher Kitaro Nishida and brings out an essential correspondence between them. Both philosophers are not satisfied with the usual epistemology which is based on the contraposition of subject and object, and consider it necessary to go beyond the scheme of the contraposition because it covers the truth of knowledge. They both diagnose that the scheme of contraposition stems from the objectification by the I, and suggest that the objectifying I should be nullified. According to the view that the I can be nullified only by the I itself, they take the selfnullification of the I as their theme. They think that the I does not vanish by selfnullification, but rather touches its own life which by its nature cannot be objectified. The Absolute of Fichte as well as the absolute Nothing of Nishida are characterizable as an unobjectifiable life which can be reached only by the selfnullification of the I. Dieser Aufsatz vergleicht die Wissenslehre Fichtes mit der des japanischen Philosophen Kitaro Nishida und hebt eine wesentliche Gemeinsamkeit zwischen beiden hervor. Die beiden Philosophen sind mit gängiger Erkenntnistheorie, die auf der substantiellen Gegenüberstellung von Subjekt und Objekt gründet, nicht zufrieden und halten es für nötig, über dieses Schema der Gegenüberstellung hinauszugehen, weil es die Wahrheit des Wissens verhüllt. Sie stellen gemeinsam fest, dass das Schema aus der Objektivierung durch das Ich stammt, und denken, dass das objektivierende Ich vernichtet werden soll. Aufgrund der Ansicht, dass das Ich nur durch das Ich selbst vernichtet werden kann, machen sie die Selbstvernichtung des Ich zum Thema. Durch die Selbstvernichtung des Ich verschwindet das Ich nach ihnen jedoch nicht, sondern vielmehr berührt es dadurch sein eigenes Leben, das seiner Natur nach nicht objektiviert werden kann. Sowohl „das Absolute“ bei Fichte als auch „das absolute Nichts“ bei Nishida sind als ein unobjektivierbares, nur durch die Selbstvernichtung des Ich erreichbares Leben zu charakterisieren.