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Fichte-Studien

Volume 44, 2017

Fichte und seine Zeit

Stefano Bacin
Pages 306-325
DOI: 10.5840/fichte20174422

»Ein Bewußtsein, das selbst Pflicht ist«: Fichtes unkantische Auffassung des Gewissens und ihr philosophischer Kontext

Aim of the paper is contributing to a context-informed understanding of Fichte’s theory of conscience. This crucial element in his moral philosophy (and, in fact, in his whole philosophy) represents the last of the many significant accounts of conscience in the 18th century, before in the following century the role of conscience in moral life was repeatedly put into question. Accordingly, in my paper I argue that: (1) Fichte puts forward an un-Kantian account of conscience, following, instead, a quite different model; (2) Fichte’s views on conscience grew out of a complex conceptual milieu, from which Fichte borrows important (quasi-)sentimentalist elements; (3) Fichte’s idea of the infallibility of conscience must be distinguished from other similar views put forward in the same years. Ziel des Beitrags ist, zu einem kontextbewussten Verständnis von Fichtes Theorie des Gewissens beizutragen. Denn dieses entscheidende Element von Fichtes Denken stellt zugleich die letzte der vielen, bedeutenden Gewissensauffassungen im 18. Jahrhundert dar, bevor im folgenden Jahrhundert die Rolle des Gewissens im moralischen Leben aus vielerlei Gründen immer wieder in Frage gestellt wurde. In meinem Beitrag versuche ich zu zeigen, (1) dass Fichte eine nicht-Kantische These über das Gewissen vertritt und damit ein abweichendes Modell moralischer Erkenntnis zum Ausdruck bringt; (2) dass Fichtes Thesen zum Gewissen aus einer komplexen begrifflichen Konstellation entstehen, aus der Fichte bedeutende (quasi-)sentimentalistische Elemente übernimmt, (3) dass Fichtes These der Unfehlbarkeit des Gewissens von anderen ähnlich klingenden Thesen unterschieden werden muss.

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