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Fichte-Studien

Volume 44, 2017

Fichte und seine Zeit

Masahiro Yamaguchi
Pages 64-75
DOI: 10.5840/fichte2017447

Idee und Aufgabe der Wissenschaftslehre beim späten Fichte – Zum Vortrag im Jahre 1812

The theory of the appearance of the Absolute is the last theme of Fichte’s Science of Knowledge. Since he lectured the theory of appearance with that of truth in his Systemconcept of the Transcendentalphilosophy in 1804, he said that the Absolute exists (1805), and that the Absolute appears (1811). In the lecture in 1812, he explains the necessity of appearance, criticizing Spinoza’s Monismus. It is denied by the fact that a concept exists outside the only one substance, while the latter is thought about. There is a Nonabsolute outside the Absolute. Fichte names it ›appearance‹, which is synonym with ›image‹ and ›scheme‹ of the Absolute. The appearance has a life to appear to itself. Because it is a concept and knowledge of the Absolute, it knows itself as such. Between two appearances is a difference, through which the manifold springs. The earlier question against Schelling’s philosophy of identity, how the finite can be deduced from the infinite or the Absolute, is solved here. Fichte calls the self-appearance of the appearance ›Seeing‹ and ›reflection‹. Also the ego as subject-object is born in it. The task of Science of Knowledge is to analyze it, through which the appearance appears to itself not only as appearing to itself, but also as appearing to itself as appearing to itself. Fichte calls this the formula of Science of Knowledge. In the appearance is a reflexibility, whose ground is the visibility of the Absolute, the absolute evidence or the light. Even the image-making act of ego is in fact that of the Absolute. The Absolute intuits itself. Ego, as a representant of it, should stand under the law of the Absolute and devote its freedom and will to this. Standing upon the will to obey the law Science of Knowledge can gain the total scope of knowledge and open the way to God and the morality. Die Lehre der Erscheinung des Absoluten ist der letzte Schritt der Entwicklung der Wissenschaftslehre bei Fichte. Nachdem er in seinem Systementwurf von 1804 die Erscheinungslehre neben die Wahrheitslehre gestellt hat, äußerte Fichte, »Das Absolute existiert« (1805) und »Das Absolute erscheint« (1811). Im Vortrag von 1812 erklärt er die Notwendigkeit der Erscheinung des Absoluten in der Auseinandersetzung mit Spinozas Monismus. Dieser sei schon widerlegt, weil das Denken der Substanz als das Sein außerhalb derselben ist. Dies Nicht-Absolute heißt ›Erscheinung‹, welche als Bild oder Schema des Absoluten genommen wird. Die Erscheinung hat das Leben, sich selbst zu erscheinen. Da sie der Begriff oder das Wissen vom Absoluten ist, weiß sie zugleich sich selbst als solches. Zwischen zwei Erscheinungen ist eine Disjunktion, womit das Entspringen des Mannigfaltigen erklärt wird. Die früher gegen Schellings Identitätsphilosophie gerichtete Frage, wie aus dem Absoluten das Endliche abgeleitet werden könne, wird hier aufgelöst. Das Sicherscheinen der Erscheinung nennt Fichte ›Sehen‹ und ›Reflexion‹, und sieht die Aufgabe der Wissenschaftslehre in dessen Analyse. Dabei gehört diese selbst der Erscheinung an. In ihr erscheint die Erscheinung sich selbst als sich selbst erscheinend. Außerdem erscheint sie sich selbst als sich selbst erscheinend als sich selbst erscheinend, welches die Formel der Wissenschaftslehre ist. In ihr liegt die Reflexibilität, wodurch eben das Ich als Subjekt-Objekt entsteht. Dahinter aber ist die Sichtbarkeit des Absoluten, die absolute Evidenz oder das Licht. Die Bildungskraft des Ich ist in Wahrheit die des Absoluten. Das Absolute selbst schaut sich selbst an, und das Ich ist bloß sein Repräsentant. Es soll unter dem Gesetz (Soll) des Absoluten stehen und seine Freiheit und den Willen diesem übertragen. Die Wissenschaftslehre macht den ganzen Umkreis des Wissens klar und öffnet den Weg zu Gott und zur Sittlichkeit, indem sie auf dem Willen als ihrem Standpunkt steht.

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