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Fichte-Studien

Volume 44, 2017

Fichte und seine Zeit

Jacinto Rivera de Rosales
Pages 31-48
DOI: 10.5840/fichte2017445

Das Göttliche. Der Atheismusstreit und die Wende im Denken Fichtes

The question of God or the Divine has essential influenced the development of Fichtian thinking and guided it from transcendental I as the first principle in the Jena period to absolute being or God and his absolute phenomenon or manifestation. The turning point came with the so-called atheism dispute due to his article »On the Ground of our Belief in a divine World-Governance« (Fall 1798), which caused him so much trouble. In this article, Fichte defended the idea that the divine is not a substance or object, not a person, so no theistic God, but the moral order – a notion that could not be accepted by the Christian Church. The criticism that he is either atheist or pantheist or nihilist or a merely subjective thinker has greatly hit him and changed his horizon of thought in line with the new more religious spirit of his cultural environment. Die Frage nach Gott oder nach dem Göttlichen hat die Entwicklung des Fichtischen Denkens grundsätzlich beeinflusst, und vom transzendentalen Ich als erstem Prinzip in seiner Jenaer Zeit zum absoluten Sein oder Gott und seiner absoluten Erscheinung geführt. Der Wendepunkt kam mit dem sogenannten Atheismusstreit aufgrund des Aufsatzes von Fichte »Über den Grund unseres Glaubens an eine göttliche Weltregierung « (Herbst 1798), der Fichte so viele Schwierigkeiten bereitete. In diesem Artikel verteidigte Fichte den Gedanken, das Göttliche sei keine Substanz oder Objekt und keine Person, also kein theistischer Gott, sondern die moralische Ordnung – eine Vorstellung, die von der christlichen Kirche nicht akzeptiert werden konnte. Die Vorwürfe, er sei entweder Atheist oder Pantheist oder Nihilist oder ein bloß subjektiv Denkender, hat ihn stark getroffen und seinen Denkhorizont im Einklang mit dem neuen religiöseren Geist seiner kulturellen Umgebung verändert.

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