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31. Grazer Philosophische Studien: Volume > 16/17
Joachim Schulte Bedeutung und Verifikation: Schhck, Waismann und Wittgenstein
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Das (wie die erhaltenen historischen Belege zeigen) zuerst von Wittgenstein vorgeschlagene Verifikationsprinzip fungiert als Sinnkriterium wie auch als Kriterium der Sinribestimmung. Durch Waismanns Vermittlung wird es in der letzteren Funktion zur ausschließlichen Grundlage von Schlicks Semantik, die jedoch einerseits an ungenügenden Unterscheidungen zwischen Wahrheitsbedingungen, Verifikationsbedmgungen und Verifikationsmethode krankt, andererseits durch eme zu optimistische, die intersubjektive Kontrollierbarkeit entbehrende Sprachauffassung an Überzeugungskraft verliert. Wittgenstems späteres hochkomplexes Bedeutungskonzept, das durch Einbeziehung von Kontext und Äußerungssituation das Verifikationsprinzip zu emem unter mehrerenbedeutungsrelevanten Momenten sprachlicher Äußerungen degradiert, hat Schlick nicht mehr berücksichtigt.
32. Grazer Philosophische Studien: Volume > 16/17
Kurt Rudolf Fischer Nietzsche und der Wiener Kreis
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Von der offenen Ablehnung Bertrand Russells bis zur positiven Einschätzung durch Arthur Danto hat Nietzsche emen schlechten Ruf als Phüosoph in der Analytischen Tradition gehabt. Im Wiener Kreis, der eine nicht wegzudenkende Rolle in der Geschichte der Analytischen Phüosophie spielt, wurde Nietzsche jedoch schon immer zutiefst respektiert als jemand,durch dessen Werk Rolle und Funktion der Analyse historisch verständlich wird. Dies güt vor allem für Moritz Schlick und Rudolf Carnap, aber auch für Ludwig Wittgenstein und für Otto Neurath, Ludwig von Mises und Kari Popper. Sie alle nehmen Nietzsche als Denker ernst, ohne sich ihm mit analytischem Begriffsinventar zu nähern.
33. Grazer Philosophische Studien: Volume > 16/17
Friedrich Stadler Otto Neurath - Moritz Schlick: Zum philosophischen und weltanschaulich-politischen Antagonismus im Wiener Kreis
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Die im Wiener Kreis dominierenden konträren Derücer Otto Neurath und Moritz Schlick werden jeweüs mit einem historisch-genetischen Profil persönlich, wissenschaftlich-phüosophisch und politisch charakterisiert. Dabei wüd trotz verschiedener Differenzen — als Extrempositionen im pluralistisch-heterogenen Wiener Kreis — die gemeinsame Müiimalplattform eüier "wissenschaftlichen Weltauffassung" und das Bekenntnis zu einer als neuartig verstandenen Forschergemeinschaft transparent. Erst vor diesem Hintergrund sind die beiden Denker- und Persönlichkeitsphysiognomien in einen adäquaten Kontext gestellt: während bei Neurath eine konsistente Entwicklung von den Modellen einer "wissenschaftlichen Philosophie", "Einheitswissenschaft" bis zur "Enzyklopädie" im Zusammenhang mit einem Sozialreformerischen Programm und funktionaler Antimetaphysik zu erkennen ist, wird bei Schlick der Dualismus von Philosophie und Wissenschaft neben einem politischen Liberalismus beibehalten. Auf allgemeinster Ebene kollidieren"phüosophiefreier" RELATIVISMUS und "philosophischer" ABSOLUTISMUS.
34. Grazer Philosophische Studien: Volume > 16/17
Johann Dvorak Wahrscheinlichkeit, Logik und Empirie: Neurath, Schlick und Zilsel
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Maßgebliche Vertreter der wissenschaftlichen Weltauffassung des Wiener Kreises wie Moritz Schlick, Otto Neurath oder Edgar Zilsel waren jenseits aller sonstigen Differenzen gemeinsam bemüht, gegenüber den im Gefolge der "Krise des mechanistischen Weltbüdes" (die gerade in Mitteleuropa auch eine Krise des Bürgertums überhaupt war) auftretenden Strömungen des Anti-Empüismus, Irrationalismus und Erkenntnispessimismus die Errungenschaften der neuzeitlichen Wissenschaft zu bewahren.Für die Auseinandersetzung mit der gegenwärtigen Phüosophie und Wissenschaft und üirer gesellschaftlichen Stellung wäre ein Anknüpfen an die damaligen Debatten von großer Bedeutung.
35. Grazer Philosophische Studien: Volume > 18
Wolfgang Lenzen Die Verwirrungen des Skeptizismus: Descartes und die Folgen
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Ausgehend von Descartes' Meditationen werden die Standard-Argumente für den — auf den Bereich empirischer Propositionen beschränkten — Skeptizismus untersucht. Der Versuch einer empirischen Begründung nach dem Schema "Wir haben uns alle schon einmal geirrt, also sollten wir es für möglich halten, daß wir uns immer irren" erweist sich dabei als zirkulär; der alternative, apriorische Begründungsversuch der Art "Es ist stets (logisch) möglich, daß wir uns irren, also wissen wir nichts mit absoluter Sicherheit" beruht dagegen auf einer Verwechslung der Begriffe logischer Möglichkeit und doxastischer Möglichkeit und führt zu einer unhaltbaren Konzeption "notwendigen Wissens".
36. Grazer Philosophische Studien: Volume > 18
Hermann Weidemann Aussagesatz und Sachverhalt: Ein Versuch zur Neubestimmung ihres Verhältnisses
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Gegenüber der verbreiteten Auffassung, daß unter einem Sachverhalt das zu verstehen ist, was Frege einen Gedanken nennt, wird die Auffassung verteidigt, daß der in einem Satz ausgesagte Sachverhalt als eine extensionale Größe von dem in dem Satz ausgedrückten Gedanken als einer intensionalen Größe zu unterscheiden ist, wobei diese Unterscheidung auf folgenden Identitätskriterien beruht: Die in zwei Sätzen ausgesagten Sachverhalte sind genau dann identisch, wenn die beiden Sätze unter denselben Bedingungen wahr sind. Die in zwei Sätzen ausgedrückten Gedanken (oder Propositionen) hingegen sind genau dann identisch, wenn demjenigen, der die beiden Sätze versteht, die Bedingungen ihrer Wahrheit in derselben Weise gegeben sind. Diese Auffassung erlaubt es, anstelle des Wahrheitswertes, den ein Satz hat, den Sachverhalt, dessen Bestehen oder Nicht-Bestehen die Wahrheit bzw. Falschheit des Satzes bedingt, als das zu betrachten, was Frege zur Unterscheidung vom Sinn des Satzes dessen Bedeutung nennt.
37. Grazer Philosophische Studien: Volume > 18
Wolfgang Künne Indexikalität, Sinn und propositionaler Gehalt
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Wodurch wird der Sinn des Prädikats in einer Äußerung des indexikalischen Satzes 'Ich habe Blutgruppe A' zu dem propositionalen Gehalt vervollständigt, den der Sprecher ausdrückt? Durch einen Individualbegriff (unter den der Sprecher fällt)? Durch ein Individuum (den Sprecher in propria persona)! Keiner dieser Lösungsvorschläge für das (von Perry zuerst formulierte) Vervollständigungsproblem ist überzeugend. Für Frege ist der in einer solchen Äußerung verwendete Eigenname hybrid: er besteht aus einem Vorkommnis von 'ich' und den Umständen seiner Äußerung. Der Indikator 'ich' allein ist kein Fregescher Eigenname, sondern ein namenbildender Funktor. Seine semantische Rolle ähnelt der von "token-quotes".
38. Grazer Philosophische Studien: Volume > 2
Ota Weinberger Interpretation und Zielsetzung: Betrachtungen zum Problem der Eigenart der juristischen interpretation
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Der Autor unterscheidet nicht nur Schichten der Semiotik, sondern auch syntaktische, semantische und pragmatische Sprachen. Bei diesen kann durch Interpretation eine Modifikation der Bedeutung von Ausdrücken eintreten. Interpretation ist die Bestimmung der Bedeutung von Ausdrücken einer pragmatischen Sprache. Die hermeneutische Methodik wird der hermeneutischen Philosophie gegenübergestellt. Als bedeutungsbestimmende Momente werden diskutiert: sprachliche Operationen, Wissen und Vorwissen, die gnoseologische Analyse der Problemsituation, die Funktion von Deutungsschemen, die Ich-Perspektive der Deutung, volitive Momente und Zielsetzung der Deutung. Die juristische Interpretation wird als Interpretation unter Zwecken dargestellt.
39. Grazer Philosophische Studien: Volume > 2
Heide Göttner Theorienstruktur in der Literaturwissenschaft
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In diesem Artikel wird skizziert, wie sich mithilfe der Kuhn-Sneedschen Wissenschaftstheorie literaturwissenschaftliche Theorien ihrer logischen Struktur nach analysieren und systematisch darstellen lassen. Die systematische Darstellung läßt sich von den zentralen theoretischen Prämissen bis zu den einzelnen Verwendungen einer Literaturtheorie durchführen, wobei an das mengentheoretische Verfahren Sneeds das satzanalytische Poppers angeschlossen wird. Dabei werden zwei Fragen andeutungsweise geklärt: Erstens wird das Verhältnis von Literaturtheorie und Hypothesenbildung der literaturwissenschaftlichen Einzeluntersuchungen näher bestimmt, zweitens das Abhängigkeitsverhältnis der Hypothesen, des Gegenstandsbereichs und der Methodiken von der Literaturtheorie genauer untersucht.
40. Grazer Philosophische Studien: Volume > 2
Hans Lenk Handlungsgraphen: Graphentheoretische Modelle i n der analytischen Handlungsphilosophie
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Goldman (1971) analyzed interrelations between act-statements by inducing a structure by means of the relationship by, e.g.: "He turned on the light by flipping the switch." Generally, the structure is represented by act-diagrams, e.g. act-trees. In the present article the mathematical theory of directed graphs (digraphs), specifically the concepts of partially or strictly ordered sets, graph-theoretical trees, semi-lattices etc. are shown to be applicable and conducive to the formal and a more general description of networks of act statements generated by a (relative) basic actionstatement and by the relation by. The well-known problem of identity of acts described by corresponding statements connected by by is differentiated by introducing the graph-theoretical equivalence relation of belonging to the same-graph {graph-sameness or graph-identity) admitting of a more refined classification and logical description of the interdependence of actions, acttypes, act-properties etc.