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21. Grazer Philosophische Studien: Volume > 16/17
Wolfgang Künne Analytizität und Trivialität
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Schlick glaubt, daß 'S ist analytisch' gleichermaßen erläutert werden kann durch die Bestimmungen (1) 'S ist tautologisch', (2) 'S ist formal wahr' und (3) 'S wüd von jedem sogleich als wahr anerkannt, der S versteht'. Gemessen an Schlicks eigenen Intentionen scheitert jeder dieser Erläuterungsversuche. Aber vielleicht kann Bestimmung (3), deren Vorgeschichte bei Thomas, Locke und Frege skizziert wird, als Basis für eine Verteidigung der Distinktion analytisch/synthetisch dienen. Eine Explikation des Begriffs 'trivialanalytisch' (t-a) wird vorgeschlagen, welche die folgende These plausibel machen soll: S ist analytisch genau dann, wenn S t-a ist oder aus t-a Sätzen in t-a Schritten bewiesen werden kann.
22. Grazer Philosophische Studien: Volume > 16/17
Paul Neurath Otto Neurath und die Soziologie
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Die Stellung Otto Neuraths zur Deutschen Schulsoziologie der Zwanziger und Dreißiger Jahre wkd dargestellt, zum Teü anhand von Zitaten aus seinen Schriften, zum Teü anhand von Auszügen aus Briefen an seinen Sohn, in denen er gegen dessen Wunsch, Soziologie zu studieren, argumentiert. Hauptargument: daß Soziologie kein "Fach" mit einem einigermaßen klar definierten Wissen sei, das man durch systematisches Studium erwerben und in dem man dann einem gesellschaftlich anerkannten Beruf nachgehen kann. Die Briefe enthalten einiges über Otto Neuraths, wie er sagt, etwas zufälligen Weg zu den Sozialwissenschaften.
23. Grazer Philosophische Studien: Volume > 16/17
Bernd Michael Scherer Überlegungen zum Problem der Begriffsbildung in der Erkenntnistheorie von Moritz Schlick
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Für die Rekonstruktion der Begriffsbüdung ergeben sich folgende Schwerpunkte: a. Die Erlebnisebene, die irüialtlich nur dem Einzelsubjekt zugänglich ist, muß so bestimmt werden, daß sie über ihre strukturellen Eigenschaften Grundlage eines intersubjektiven Begriffsbüdungsprozesses werden kann. b. Es ist ein Verfahren anzugeben, mit dessen Hilfe der Zusammenhang zwischen Begriffen, der Grundlage ihrer Rückführbarke it ist, aufgedeckt, werden kann. Die zentrale Rolle zur Lösung beider Probleme kommt der Konstruktion des (objektiven) Raum-Zeitschemes zu.
24. Grazer Philosophische Studien: Volume > 16/17
Wilhelm Lütterfelds Schlicks Theorie der Erkenntnis Wittgenund Wittegensteins Kritik
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Schlicks These, alles Erkennen sei ein Wiedererkennen, indem ein Gemeinsames von Anschauung und erinnerter begrifflicher Repräsentation durch Vergleich ermittelt und bezeichnet werde, kritisiert Wittgenstein mit folgenden Argumenten: (1) Nicht nur findet in der gewöhnlichen Umgebung ein solches Vergleichen nicht statt; es führt auch nicht zur vollständigen, sondern höchstens zur partiellen Identität; es wird aber dasselbe wiedererkannt. (2) Die Operation des Vergleichens verfügt bloß über ein innersubjektives Korrektheitskriterium, dessen Anwendung selber nur zirkulär zu rechtfertigen ist. (3) Anschauliche Tatsachenerkenntnis kann durch Vergleich mit begrifflich-erinnerter Repräsentation nicht Zustandekommen, weü eine solche Repräsentation existenzneutral ist.
25. Grazer Philosophische Studien: Volume > 16/17
Werner Leinfellner Schlicks kognitive Erkenntnistheorie als Wissenschaftstheorie
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Es wird gezeigt, daß Schlicks physikalischer Denkansatz in der Erkenntnislehre sich wesentlich vom sprachanalytischen Denkansatz in der analytischen Wissenschafts- und Erkenntnistheorie unterscheidet. In der Schlickschen Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie fällt, für gewisse implizit definierte Strukturen, der Gegensatz von analytisch und synthetisch weg, wodurch Schlick in schärfsten Gegensatz sowohl zur Kantischen Wissenschaftsphüosophie, wie auch zu der des Wiener Kreises gerät. Auch die anthropologische Fundierung von Schlicks Erkenntnis- und Wissenschaftstheorie unterscheidet diese wesentlich von der des Wiener Kreises. Schlick hat ein originelles eigenes Bild der Wissenschaften und eüie eigene Wissenschaftstheorie geschaffen, die im weitesten Umfange in der phliosophischen Tradition steht und diese sogar entscheidend umgewandelt hat.
26. Grazer Philosophische Studien: Volume > 16/17
Rudolf Haller Zwei Arten der Erfahrungsbegründung
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Die Grundlagen der Erfahrung können auf zwei Arten "begründet" werden, entweder durch Rechtfertigung einer Begründungskette, deren Anfangs- und Endglieder nicht-abgeleitete Urteüe sind, also fundamentalistisch oder antifundamentalistisch, z.B. durch Kohärenz der Urteile. Der dezisionistische Standpunkt Neuraths verschiebt allerdings nur die Begründung und hebt sie nicht auf.
27. Grazer Philosophische Studien: Volume > 16/17
Elisabeth Nemeth Die Einheit der Planwirtschaft und die Einheit der Wissenschaft
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Eine plarmiäßig gestaltete Naturalwütschaft setzt an die Stelle der abstrakten Eiiüieit des Geldes und des Marktes eine konkrete Einheitlichkeit, die das Ergebnis von Beratungen und Entscheidungen ist. Da diese Eiiüieitlichkeit nicht auf ein Prinzip (das Geld) zurückgeführt werden kann, wüd in üir das "naturale Wesen aller Leistungen" einerseits und die Abhängigkeit der Wirtschaftsordnung von Machtverhältnissen andrerseits sichtbar. Ebenso soll die Eirüieitswissenschaft an die Stelle der abstrakten Eirüieit des phüosophischen Systems eine lebendige Verknüpfung des historisch gegebenen wissenschaftlichen Wissens setzen und es so als Ergebnis "schöpferischer Tat" sichtbar und verfügbar machen.
28. Grazer Philosophische Studien: Volume > 16/17
Friedrich Wallner Wittgenstein und Neurath: Ein Vergleich von Intention und Denkstil
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An der Gegenüberstellung zu Neurath werden die Gesichtspunkte, welche Wittgensteins Phüosophie - insbesondere seinen Traktat - vom Konzept des Wiener Kreises unterscheiden, dargestellt. Außerdem wird gezeigt, wie sich Ideen des Wiener Kreises aus der Transformation von Traktatgedanken entwickelten. So ergeben sich z.B. strukturelle Entsprechungen zwischen dem Programm einer Einzelwissenschaft und Wittgensteins Einsichten in die Unhintergehbarkeit der Sprache. Dabei werden nicht nur Mißverständnisse Neuraths, was den Traktat betrifft, aufgezeigt, sondern auch auf Inkonsequenzen von Neuraths Ansatz hingewiesen. Im Horizont eines linguistischen Monismus werden Aspekte der Einheit von Wittgensteins Philosophie besprochen. Dabei zeigen sich Vorgriffe von selten Neuraths auf Gedanken der Sprachspieltheorie. Die Abgrenzung gegenüber der Metaphysik und die Rolle ideologischer Voraussetzungen werden diskutiert.
29. Grazer Philosophische Studien: Volume > 16/17
Carl Gustav Hempel Schlick und Neurath: Fundierung versus Kohärenz in der wissenschaftlichen Erkenntnis
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Schlick schreibt der empirischen Erkenntnis ein unerschütterliches Fundament zu: es bestehe aus "Konstatierungen", d.h. Aussagen, die unmittelbar Erfahrenes ausdrücken und durch die alle empirischen Aussagen hypothetisch-deduktiv überprüfbar sein müssen. Neuraths Auffassung dagegen war diese: (1) Aussagen können logisch nicht durch Vergleich mit "Erfahrungstatsachen" beurteüt werden, sondern nur durch Prüfung ihres Zusammenpassens mit anderen, bereits akzeptierten Aussagen; (2) der Empkismus verlangt, daß die letzteren "Protokollsätze" enthalten müssen, die (etwa von experimentierenden Wissenschaftlern) dkekt akzeptiert wurden; (3) jeder akzeptierte Satz, selbst ein Protokollsatz, ist revisionsfähig: es gibt kein festes Fundament der Erkenntnis.Beide Denker vermischen den semantischen Begriff der Wahrheit mit dem epistemologischen Begriff der Akzeptierbarkeit von Sätzen. Schlicks Einwand, Neuraths "Kohärenztheorie" identifiziere die Wahrheit eines Hypothesensystems mit logischer Widerspruchsfreiheit, übersieht Neuraths empiristische Bedingung (2), die der Akzeptierbarkeit implizit kausale Bedingungen auferlegt. Ähnlich haben Schlicks Konstatierungen einen kausalen Aspekt: hier liegt der empiristische Charakter beider Auffassungen. Neuraths Grundideen wurden in der neueren soziologisch-pragmatischen Wendung der Wissenschaftstheorie weitergeführt.
30. Grazer Philosophische Studien: Volume > 16/17
Klaus Prätor Das Interesse an Gegenständen: Überlegungen zur Form elementarer Sätze im Logischen Empirismus
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Ausgehend von Differenzen zwischen Konzeptionen elementarer Satzfomien im logischen Empüismus wüd die Frage nach der Notwendigkeit der logischen Subjekt-Prädücat-Struktur und damit der Gegenstandsbezogenheit elementarer Sätze aufgeworfen. Mit Impersonalia formulierbare gegenstandsbezugsfreie Elementarsätze büden die Grundlage für den Aufbau gegenstandsbezogener Rede. Die Rückführung der Identität von Gegenständen auf die Ununterscheidbarkeit wird als unzureichend abgelehnt. Stattdessen dient raumzeitliche Kontinuität als Basis der Auszeichnung von Individuen, die als Gegestände im engeren Sinn nur einen Teübereich möglicher Referenz Objekte darstellen.