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1. The Paideia Archive: Twentieth World Congress of Philosophy: Volume > 11
Toshio Kurozumi Kants Transzendentalpholosophie als die immanente
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Die Möglichkeit der Erfahrung kann nach Kant nur im immanenten Denken vertanden werden, daß die (in der Erfahrung) immanenten Formen der Erkenntnis überhaupt allererst die (in der Erfahrung) immanenten Gegenstände derselben möglich machen sollten. Die Transzendentalphilosophie Kants ist also die lediglich auf diesem immanenten Denken beruhende, d.i., immanente Philosophie. Sie ist aber in der Tat durch ganze Geschichte der Interpretation hindurch von Fichte über cohen und Husserl bis Kaulbach im Gegenteil doch als die auf dem transzendenten Denken (das die Transzendenz von der Erfahrung billigt) beruhende, d.i., tranzendente Philosophie verstanden worden. Die bisherige tranzendente Kantinterpretaion ist jedoch angesichts der schwierigen Probleme ohnmächtig und kann die Kritik der reinen Verunft als ein einheitliches System nicht auffassen. Diese Probleme kann erst unsere immanente Interpretation ohne Schwierigkeit lösen und auch den gegenwärtigen Naturwissenschaften einen bestimmten Platz in der Erfahung Kants geben, welches bisher unmöglich bleibt. Die Philosophien vor und nach Kant sind insgesamt die transzendente im Vergleich mit der alleinigen immanach Kant sind insgesamt die transzendente im Vergleich mit der alleinigen immanenten Philsophie Kants. Und in bezug auf die Möglichkeit der Erfahrung muß die transzendente von der immanenten Philosophie abhëngig sein.
2. The Paideia Archive: Twentieth World Congress of Philosophy: Volume > 12
Yvanka Raynova Vernun und Terror: Zur Postmodernen Lektüre von Freud
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Die kritische Auseinandersetzung mit der Freudschen Psychoanalyse, die zuerst von Foucault und dann von Deleuze, Guattari, Lyotard und Baudrillard unternommen wurde, versucht den Mechanismus der 'bürgerlichen Repressiontätigkeit,' die die europäische Menschheit unter dem Joch der Familieninstitution hält, zu enthüllen und den Terror einer erdachten und simulativen Moral, in der Freud und seine Anhänger unwillkürlich einbezogen sind, blob zu stellen. Damit zeigt die postmoderne Lektüre von Freud, dab nur die Befreiung von diesem durch Terror-verderbten Bewubtsein im Stande wäre die wirkliche revolutionäre Kraft der psychoanalytischen Kritik der Vernunft hervorbringen und die Bedeutung ihrer zwei epochalen Erfindungen-die direkte Konfrontation zwischen den Triebproduktionen und der Repression, die die Gesellschaftsmaschine auf der Triebmaschine ausübt, und die dadurch folgende Verdrängung-zurück zu gewinnen.
3. The Paideia Archive: Twentieth World Congress of Philosophy: Volume > 13
Wolfgang Deppert Zur systemtheoretischen Verallgemeinerung des Kra begri es
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In order to generalize the concept of force due to its application within theoretical descriptions of biological systems, the Newtonian notion of force is used. So-called ‘wholenesslike’ (ganzheitliche) systems of notions allow us to define ‘wholenesslike’ states. There are two possible changes of such states: the changes of eigenstates and the change of the structure of systems. Therefore, two types of forces are discussed: systemeigenforces and systemcombinationforces.
4. The Paideia Archive: Twentieth World Congress of Philosophy: Volume > 13
C. Kanzian Zur Ontologie Natürlicher Arten
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In meinem Beitrag versuche ich, das Problem einer Ontologie natürlicher Arten auf eine Weise anzugehen, die nicht dem Verdacht ausgesetzt ist, von vornherein auf nominalistische oder realistische Extrempositionen festzulegen. Zunächst lege ich meine terminologischen und inhaltlichen Voraussetzungen dar: Eine davon besteht in der Annahme, daß die Identität von Dingen, d.i. ihre ontologische Konstitution, sortal dependent ist. Die ontologische Konstiution von Dingen hängt auch von ihrer Artzugehörigkeit ab. In der Folge analysiere ich, worin diese sortale Dependenz genauerhin besteht. Dies geschieht anhand einer Untersuchung von Existenz-bzw. Konstitutionsbedingungen, denen individuelle Dinge aufgrund ihrer Artzugehörigkeit unterliegen. In einem nächsten Schritt stelle ich die Frage, ob es Entitäten gibt, deren ontologische Konstitution in besonderer Weise sortal abhängig ist. Ich lege ausfürhrlich dar, worin diese Besonderheit bestehen soll und diskutiere meine Option, die gestellte Frage zu bejahen. Schließlich schlage ich vor, Vorkommnisse, deren ontologische Konstitution auf diese besondere Weise sortal dependent ist, als Vorkommnisse natürlicher Arten zu bezeichnen. Meine Vorgangsweise ist nicht thesenhaft behauptend, sondern argumentativ abwägend. Mit der Anführung meiner Option verbinde ich somit nicht den Anspruch, das Problem einer Ontologie natürlicher Arten zu lösen; eher den, zur weiteren Aktualisieriung seiner Diskussion beizutragen.
5. The Paideia Archive: Twentieth World Congress of Philosophy: Volume > 13
Malgorzata Szczesniak Das Präphysiche Stadium und der Anfang der Welt
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This paper concerns the main physical, philosophical and existential aspects of the ‘pre-physical’ stage in the evolution of the universe. I will discuss the ways that contemporary cosmology tries to: (1) solve the problem about the time period of the ‘pre-physical’ state; (2) answer the question whether the beginning of time was at the same time as the beginning of the existence of the Universe; (3) answer another whether the Big Bang was an absolute beginning of the existence of the Universe or only a beginning of some stage of its evolution; (4) respond to another question whether the absolute beginning of the Universe inevitably implies its creation by God or whether it allows for the possibility of the creation of the Universe in a natural way; and (5) discuss the issue of the ‘singular’ moment. All of these questions, in particular the last one, will be discussed with reference to the latest achievements in the fields of physics and cosmology.
6. The Paideia Archive: Twentieth World Congress of Philosophy: Volume > 14
Walter Pfannkuche Gibt es ein Recht auf Arbeit?
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Der Aufsatz fragt danach, ob in den modernen und von Arbeitslosigkeit geplagten Industrienationen die Einführung eines Rechts auf Arbeit moralisch gefordert ist. Zuerst wird ein Modell moralischer Argumentation verteidigt, das von vielen gegenwärtigen Moralphilosophen geteilt werden kann. Die Grundidee dieses Modells besteht darin, das Wohl aller durch Rollentausch und Unparteilichkeit gleich zu berücksichtigen. Dann wird untersucht, wie aus der so konstituierten moralischen Perspektive eine Modell der marktnahen Umverteilung von Arbeit zu bewerten ist. Die wichtigsten Komponenten diese Modells sind: A) Es gibt ein individuell einforderbares Recht auf Arbeit. B) Dieses wird durch die Umverteilung der wirtschaftlich nachgefragten Arbeit gewährleistet. C) Dem Recht auf Arbeit korrespondiert eine Pflicht zur Teilnahme am System der wechselseitig nützlichen Arbeiten. Abschliebend werden drei mögliche negative Konsequenzen diese Modells diskutiert: Die Auswirkung auf die Vertragsfreiheit, auf das Eigentumsrecht und auf die Effektivität des Wirtschaftssystems und damit auf den allgemeinen Lebenstandard. Die These ist, dab es nach Abwägung aller Gesichtspunkte rational und moralisch geboten ist, ein so definiertes Recht auf Arbeit zu establieren.
7. The Paideia Archive: Twentieth World Congress of Philosophy: Volume > 16
Bolesław Andrzejewski Mensch und Natur: Ein Beitrag zu der T eorie des “Homo Universus”
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The following discussion is centered on German romantic philosophy. The founder of philosophical romanticism, F.W.J. Schelling, speaks of the identity of all spheres of the universe. This view is echoed by other romantic philosophers, e.g., Novalis, Hölderlin, von Baader, and Schubert, as well as later neoromantics such as Scheler and Heidegger. I wish to show homo sapien as homo universus. Homo sapien is tied to the universe and must be aware of this oneness. Such knowledge will ameliorate his alienation from nature.
8. The Paideia Archive: Twentieth World Congress of Philosophy: Volume > 16
Martin Rudolph Homo Mensura-Philosophie: Analepse gegen Paralipse La Mettrie und die griechische Medizinphilosophie (iatros philosophos isotheos)
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Philosophische Anthropologie teilt sich in Europa seit der Zeit der alten Griechen in zwei Richtungen: die theologische (deus mensura) und die anthropologisch-medizinische (homo mensura)-Platon und Demokrit, Kant und La Mettrie. Für beide Richtungen steht Paideia (Lernen, Formen, Bilden, Kultur, Humanität) in Zentrum der Philosophie. Für homo-mensura-Philosophie entscheidend ist Analepse (ungefiltertes Aufnehmen) im Gegensatz zur Paralipse (filterndes Auslassen). La Mettrie ist ein wichtiger Vertreter der homo-mensura-Philosopphie (l'homme machine-l'homme mesure). Als 'Darwinist' (100 Jahre vor Darwin), für den das Gehirn die mabsetzende lebendige 'Maschine' ist, ist er Vorläufer einer evolutionären Philosophie. Homo-mensura-Philosophie ist (wie Thukydides, einer ihrer Vertreter, sagt) ein ‘Besitz für immer.'
9. The Paideia Archive: Twentieth World Congress of Philosophy: Volume > 17
Josef Seifert Der Vergessene Protophänomenologe Anselm: Anselm von Canterburys‚ Ontologisches Argument’ und die Methode der Realistischen Phänomenologie bon Edmund Husserl bis zur Gegenwart
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In the ontological argument and the method of Anselm, we find many phenomenological elements. The proximity of the ontological argument to phenomenology shows itself especially from a parallel between Anselm's and Husserl's deriving a necessity of thinking from a necessity of being. But, Medieval proofs for the existence of God appear to contradict the principles of phenomenological method, particularly the 'bodily self-givenness,' the epoché as bracketing the real existence as well as the transcendence of essence vis-àvis consciousness. The phenomenological method must indeed be rethought and reformulated to allow a transition from returning to 'things themselves' to a philosophical knowledge of God. It must be freed from Husserl's subjectivistic theory of 'constitution' and from any generalization of the methodological principle of epoché. In this way, Anselm's position contains the germ for a critical rethinking of the phenomenological method in the vein of realist phenomenology.
10. The Paideia Archive: Twentieth World Congress of Philosophy: Volume > 5
Anselm Model Selbstüberschreitung: Jonas Cohns Wertphilosophie und Pädagogik vor dem Hintergrund der Ethik Friedrich Nietzsches
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Teaching philosophy and pedagogy at the University of Freiburg from 1897 to 1933, Jonas Cohn fought mainly against Friedrich Nietzsche and the influence of the ethics of Nietzsche on the youth of his time. A declaration made by Cohn in the Preface of his Science of Value (1932) shows this: "The title 'science of value' means polemics, too: I fight against all, who following Nietzsche deny the possibility of a science of value." But this opposition to Nietzsche and to his followers is not the only aspect of Cohn's relation to Nietzsche. On the other side, Cohn attempted to integrate some of the important traits of Nietzsche's ethic in his own conception of philosophy and pedagogics. The expression "self-transcendence" (Selbstüberschreitung) stands for this ambition of Cohn. This can be demonstrated by some biographical data and by the interpretation of Cohn's philosophy of value.
11. The Paideia Archive: Twentieth World Congress of Philosophy: Volume > 22
Wieslaw Sztumski Environmentalismus und Erziehung für die Zukun
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Es sind hier Grundrisse einer Art Umweltphilosophie (des Environmentalismus), des ökologischen Denkstils und des adäquaten Humanismus vorgelegt. Diese Konzeptionen setzen sich zusammen auf eine neue philosophische Strömung, die in der Zukunft zur Zivilisation des Lebens und zur Beseitigung der Gefahr für das Überstehen der Menschheit führen kann. Für ihren Aufbau ist es nötig das rationalistisch-szientistische Bewubtsein der Westkultur radikel zu umgestalten, um es den neuen historischen Anforderungen anzupassen. Erst auf Grund des neuen Bewubtseins und der neuen Philosophie kann ein Erziehungssystem entstehen, in das die nächste Generationen aufwachsen, die der neuen Forderung-das Sichern des Überstehens der Menschheit und des Lebens im allgemeinen auf der Erde-gerecht werden.
12. The Paideia Archive: Twentieth World Congress of Philosophy: Volume > 23
Anke Graness Das Projekt einer globalen Ethik und die afrikanische Philosophie
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Die Frage nach einer globalen Ethik stellt sich heute verschärft unfgrund der neuen Qualität gegenseitiger Abhängigkeit der einzelnen Staaten und Regionen beruhend auf einer eng verknüpften Weltwirtschaft und dem weltumspannenden Netz modernen Kommunikationssysteme. Diese Verknüpfung zeigt sich am deutlichsten in der Vernetzung transnationaler Konzerne, deren Produktionsstätten nicht mehr an nationale Territorien gebunden sind. Die Entstehung einer globalen Interdependenz hängt jedoch nicht nur mit ökonomischen Entwicklungen oder der neuen Effizienz der Kommunikationstechniken zusammen, sondern auch mit der in diesem Jahrhundert entstandenen Möglichkeit einer ökologischen oder militärischen Selbstzerstörung der Erde durch den Menschen.
13. The Paideia Archive: Twentieth World Congress of Philosophy: Volume > 24
Rolf Elberfeld Resonanz als Grundmotiv ostasiatischer Ethik
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Fuer Platon ist die Musik ein wesentliches Element in der ethischen Erziehung des Menschen. Auch im klassischen China spielt die Musik eine ueberragende Rolle fuer die ethische Erziehung. Bei Platon soll die Musik eine Uebereinstimmung des Menschen mit dem Logos erbringen in china hingegen werden der Naturzusammenhang und auch die menschlichen Beziehungen als ein Zusammenklingen verstanden, das durch eine gelungene gegenseitige „Resonanz" (ying) gut wird im Sinne des Ethischen. Im Vortrag werden verschiedene chinesische Text als Beispiele herangezogen. Die Resonanzethik is aber nicht nur in China ein Grundmotiv, sondern findet sich auch in Japan z.B. bei dem bekannten Philosophen Nishida Kitaro (1870-1945), der in seinem Text Ich und Du (watashi to nanji) auf das Resonanzmotiv zurueckgreift. Der Vortrag versucht unter Heranziehung einschlaegiger Texte ein Grundmotive ostasiatischer Ethik herauszuarbeiten, dass mit dem chinesischen Wort „ying" (Resonanz, Antwort, Sollen) exemplarisch zum Ausdruck gebracht werden kann. Es soll somit das Thema Erziehung und Ethik in interkultureller Perspektive philosophisch bearbeitet werden.
14. The Paideia Archive: Twentieth World Congress of Philosophy: Volume > 27
Michael Polemis Seele und Paideia: Zum philosophischen Stellenwert einer dialektischen Beziehung
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Classical Greek philosophers, especially Plato and Aristotle, understood the soul as a necessary and constituent part of human life which manifests itself in the actualization of a dialectical relation between the philosophical life and virtue. Reflecting upon the Platonic and Aristotelian descriptions of soul along with the interpretation of this notion in Christianity, philosophers have continued to discuss soul in the modern period. The reliance on history has at the same time changed our understanding of soul, as in Hegelian idealism with its attempt to abrogate the traditional Kantian theory of knowledge which continued this trend towards an aporetic annulment of soul within the notion of history. Consequently, the traditional notion of paideia ceased to be a meaningful category for education, therefore, undermining the possibility of constructing an effective subjective identity for individuals as well as a theoretical access towards history. I will demonstrate how the traditional philosophical ideal that unified soul and paideia lost its appeal and scientific value, and will assess the ethical consequences of this pragmatic shift for future attempts to educate humanity. The analysis of this philosophical process will clearly indicate the conditions responsible for the demise of the notion of soul in philosophy, and will also consider the philosophers' options for a rehabilitation of soul in anticipation of the next century.
15. The Paideia Archive: Twentieth World Congress of Philosophy: Volume > 36
Artur R. Boelderl Vom Opfergeist: Hegel mit Bataille: (Of Sacrificial Spirit: Hegel with Bataille)
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In this paper, I shall argue as follows: (1) Hegel’s Phenomenology of Spirit deserves to be called a phenomenology of sacrificial spirit: it sacrifices the world with its unsolvable contradictions on the alter of dialectics by depriving it of its materiality and corporeality in favor of the appearance of the one spirit-world (Weltgeist) to which nothing seems strange anymore, with one exception-the Sacred. The idealistic sacrifice of the world goes hand-in-hand with an unholy sacrifice of the Sacred through the thorough profanization of the latter by historicizing, finalizing, instrumentalizing, and rationalizing it. This disappearance of the Sacred is the condition of the possibility of modern reason. Since it corresponds to the disappearance of the world out of objectivity (Gegenständlichkeit), which is increasingly being conceived of as a mere means-purpose relation, it also means the loss of a whole range of human experiences. (2) It is George Bataille’s philosophical task to reveal the ‘impossible’ and ‘unthinkable’ ‘Other’ of Hegel’s sacrificial spirit. In his a-theological Theory of Religion (1948), he pleads for a ‘return to the Sacred’ by withdrawing the ‘thing’ from the sphere of profane objectivity and restoring it to its sacred origin. This restitution, according to Bataille, is the meaning of ritual sacrifice as a religious practice, as we encounter it in archaic religions. It is an interruption of the profane production process, in which suddenly and violently the Sacred reappears.
16. The Paideia Archive: Twentieth World Congress of Philosophy: Volume > 36
Christophe Berchem Sinn und Bedeutung der philosophischen Gottesbeweise
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Der Sinn der philosophischen Gottesbeweise besteht in der Hauptsache in der Widerlegung pseudowissenschaftlicher Argumente des Atheismus und in der reflexen Unterstützung des religiösen Glaubens. Zwischen der philosophischen Theologie und der Religion kommt eine wesentliche Dialektik zur Geltung. Wird die philosophische Theologie, die eben im philosophischen Gottesbeweis kulminiert, abgelehnt, so tritt an ihre Stelle die Gefahr des Abgleitens in einen irrationalen Dezisionismus. Die Grundgedanken der metaphysischen Gottesbeweise sind unwiderlegbar und damit jederzeit gültig und tragfähig. Ihre für das moderne Bewußtsein erforderliche methodische Absicherung und systematische Entfaltung zeigen, daß sie in einen anthropologischen Gottesbeweis übergehen, dessen Erfahrungsbasis der Mensch selbst ist. Alle Sätze der philosophischen Theologie sind Sätze über die Welt und den Menschen; sie erklären deren Bedingung der Möglichkeit und Wirklichkeit, samt den Implikationen dessen, was ihr ‘Urgrund’ ist. Darüber hinaus ist der Einwand, der philosophische Gottesbeweis sei in bezug auf den religiöses Glauben überflüssig, ebensowenig berechtigt wie der Einwand, der philosophische Gottesbeweis rationalisiere den religiösen Glauben. Einerseits sucht der (weit verstandene) Glaube reflexe Einsicht, andererseits läßt theoretische Gotteserkenntnis dasjenige intakt, worauf es dem religiösen Menschen unbedingt ankommt: die ‘Funktion’ der freien Hingabe.
17. The Paideia Archive: Twentieth World Congress of Philosophy: Volume > 37
Gregor Schiemann Ohne Telos und Substanz: Grenzen des Naturwissenschaftlichen Kausalitätsverständnisses
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Die Zeiten, in denen Kausalität das Charakteristikum von Wissenschaftlichkeit war, scheinen sich ihrem Ende zu nähern. Seit dem Beginn unseres Jahrhunderts ist eine seit langem schwelende Krise des herkömmlichen Kausalitätsverständnisses in den Naturwissenschafteen unübersehbar zum Ausdruck gekommen. Dessen ungeachtet halten jedoch viele Wissenschaftstheoretiker an Kausalitätsvorstellungen als vermeintlich unverzichtbarem Analyseinstrument fest. In Kritik dieser Tendenz zur Verkennung eines grundlegenden Bedeutungsverlustes wird der historische Verdrängungsprozess von Kausalitätsvorstellungen unter den Stichworten der Entfinalisierung und Entsubstantialisierung nachgezeichnet. Aus der Perspektive geschichtlicher Rekonstruktion handelt es sich bei den gegenwärtigen Vorstellungen um den letzten Rest einer unvergleichlich reichhaltigeren ursprünglichen kausalen Begrifflichkeit. Am Beispiel der heute wohl weitverbreitetsten, auf C. G. Hempel zurückgehenden Vorstellung werden die wichtigsten Merkmale der kausalen Relation diskutiert. Im Ergebnis zeigt sich, dass für das naturwissenschaftliche Kausalitätsverständnis, soweit es sich auf einen Begriff bringen lässt, in der Tat ein reduzierter Sinngehalt der Kategorie der Verursachung in kausalen Erklärungen, eine begrenzte Anwendbarkeit sowie ein reduzierter Geltunganspruch typisch sind. Die Grenzen naturwisseschaftlicher Kausalitätsvorstellungen betreffen deren strenge begriffliche Fassung, nicht jedoch ihre Brauchbarkeit als heuristische Forschungsmaxime in Situationen, in denen unerwartete Phänomene auftreten oder Phänomene ausbleiben, mit denen man zuvor fest gerechnet hat. Für diese Situationen ist die Überlegung, was der Fall gewesen wäre, wenn eine Ursache nicht eingetreten wäre, in besonderer Weise bezeichnend. Welche Relevanz dieser Kausalitätsvorstellung qukünftig zukommen wird, hängt wesentlich vom Charakter der weiteren Wissenschaftsentwicklung ab.
18. The Paideia Archive: Twentieth World Congress of Philosophy: Volume > 41
Teresa Orozco Platonische Paideia in Deutschland um 1933
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Der folgenden Beitrag stellt eine historische Rekonstruktion der Debatte um die platonische Paideia in Deutschland dar, die ihren Höhepunkt mit dem Aufkommen des Nationalsozialismus erreicht.(2) Der erste Teil ist ein Rückblick auf die Transformation des Platonbildes in der Weimarer Republik. Es folgt eine Skizze der Resonanzverhältnisse um das Thema ‘Platon’ 1933. Im schlußteil diskutiere ich einige Thesen zur hermeneutischen Leistung der Platodeutung und ihrere Wirksamkeit für den Nationalsozialismus.
19. The Paideia Archive: Twentieth World Congress of Philosophy: Volume > 41
Yvanka Raynova Vernunft und Terror: Zur Postmodernen Lektüre von Freud
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Die kritische Auseinandersetzung mit der Freudschen Psychoanalyse, die zuerst von Foucault und dann von Deleuze, Guattari, Lyotard und Baudrillard unternommen wurde, versucht den Mechanismus der ‘bürgerlichen Repressiontätigkeit,’ die die europäische Menschheit unter dem Joch der Familieninstitution hält, zu enthüllen und den Terror einer erdachten und simulativen Moral, in der Freud und seine Anhänger unwillkürlich einbezogen sind, blob zu stellen. Damit zeigt die postmoderne Lektüre von Freud, dab nur die Befreiung von diesem durch Terror-verderbten Bewubtsein im Stande wäre die wirkliche revolutionäre Kraft der psychoanalytischen Kritik der Vernunft hervorbringen und die Bedeutung ihrer zwei epochalen Erfindungen-die direkte Konfrontation zwischen den Triebproduktionen und der Repression, die die Gesellschaftsmaschine auf der Triebmaschine ausübt, und die dadurch folgende Verdrängung-zurück zu gewinnen.
20. The Paideia Archive: Twentieth World Congress of Philosophy: Volume > 44
Karen Gloy Die Urbild-Abbild-Problematik aus ethischer Sicht
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Nach einer heute weit verbreiteten Auffassung besteht zwischen Sein und Sollen, deskriptien und normativen Aussagen, Theorie und Praxis eine Interdependenz. Man hegt die Meinung, daß die vorstellung, die wir uns von der Welt machen, das Bild von der Nature, der Gesellschaft oder von welchem Bereich immer, bestimmte Handlungsintentionen aufweist, d.h. bestimmte Verhaltensweisen veranlaßt und urgiert, während sie andere zurückweist, ablehnt, verhindert. Ein bestimmtes theoretisches Rahmenwerk enthält Anreize und Motivationen für bestimmte Handlungen, wie es Hemmschwellen für andere Verhaltensweisen aufbaut. Es enthält einen Kodex erwünschter und erlaubter sowie gerade noch geduldeter Handlungen wie auch untersagter, die einem anderen, alternativen Rahmenwerk angehören. Da deskriptive und normative Aussagen Hand in Hand gehen, lassen auch umgekehrt bestimmte Verhaltens- und Handlungsdispositionen auf den dahinter stehenden, leitenden Vorstellungsrahmen schließen. Denkbar ist folgende Alternative: Entweder gibt die vorgegebene Natur- und Seinsordnung das Vorbild, die Richtschnur und den Maßstab für unser Handeln ab, so daß sich das Handeln der Nature anpassen, nach- und Mitvollzug der natürlichen Ordnung sein muß, oder das menschliche Subjekt legt die Bedingungen und Normen für das Verhalten gegenüber der Natur fest, so daß umgekehrt die Natur sich nach diesen Bedingungen richten muß und Handeln zum Konstruieren der Natur wird.