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1. Proceedings of the XXIII World Congress of Philosophy: Volume > 10
Clélia Aparecida Martins Habermas: Erkenntniskritik und Sprache
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Für den frühen Habermas ist die Erkenntniskritik nur als Gesellschaftstheorie möglich. Die Erkenntnisprozesse werden geregelt von den Interessen (das Technische, das Praktische, das Emanzipatorische), die anthropologisch verwurzelt und durch die Naturgeschichte der menschlichen Spezies erklärbar sind, und –im Falle des Emanzipatorischen– auch durch die Sozialgeschichte. In den Werken vor Erkenntnis und Interesse diskutiert Habermas, obwohl er in Texten hier und da die Wissenschaftskritik aufrechterhält, viele andere Aspekte der heutigen Epistemologie, sodass er die Interessentheorie aufgibt. Er beabsichtigte dann eine Ausarbeitung der Diskurstheorie und entwickelt dazu in den siebziger Jahren eine auf der universellen Pragmatik beruhende Theorie der Wahrheit als Konsens. In Bezug auf das Thema „Spra-che und Erkenntnis“ befinden wir uns nicht vor einem linearen Denken, und die zu beantwortende Frage ist, warum Habermas die anfänglichen Formulierungen aufgegeben hat, um eine erste Theorie der Wahrheit als Konsens zu errichten, und schließlich in neueren Texten –ausgehend von den Diskussionen zur rationalen Annehmbarkeit– die wissenschaftliche Wahrheit mit der Problematik des „Naturalismus“ behandelt sowie die Frage nach seiner Bedeutung, um das Problem der Objektivität der Erkenntnis und der Rationalität selbst, welche die menschliche Spezies kennzeichnet, zu verstehen.
2. Proceedings of the XXIII World Congress of Philosophy: Volume > 12
Stefania Achella Zu Jaspers’ Verständnis der Welt in der „Allgemeinen Psychopathologie“
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Im vierten Kapitel des ersten Teils der Allgemeinen Psychopathologie stellt Jaspers seine Analyse der sinnhaften objektiven Tatbestände vor. In diesem Abschnitt des Buches, der für die Ausgabe von 1946 stark erweitert wurde, konzentriert sich Jaspers auf die Analyse der Physiognomie, Mimik, Schreibanalyse und die Aspekte von (handwerklichen, literarischen, künstlerischen) Werken von psychisch Kranken. Er zeigt in diesem Zusammenhang, wie diese objektiven Ausdrucksformen hilfreich für das „Verstehen“ der subjektiven psychischen Phänomene sein können, unterstreicht aber auch die Grenzen dieser Methodik. In diesem Beitrag soll gezeigt werden, welche Bedeutung Jaspers in seinen methodischen Reflexionen über die körperlichen Ausdruckformen und deren Sinnhaftigkeit für das „Verstehen“ von psychischen Krankheiten zuspricht. Die sinnhaften, objektiven Tatbestände weisen für Jaspers auf die Komplexität der Konstitution der verschiedenen Beziehungen zur Welt hin, mit denen psychisch Kranke der Außenwelt begegnen.
3. Proceedings of the XXIII World Congress of Philosophy: Volume > 14
Katsutoshi Kawamura Der Crusius’sche Freiheitsbegriff und seine Voraussetzungen
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Der Leipziger Pietist Chr. A. Crusius (1715-1775) setzt sich mit dem von Leibniz und Wolff festgelegten „Satz vom zureichenden Grund“ auseinander, nach dem nicht nur jedes Naturgeschehnis, sondern auch jede Handlung des Menschen a priori determiniert zu verstehen ist. Zunächst kritisiert Crusius die Vieldeutigkeit des Begriffs „Grund“, wo er zunächst zwischen „Realgrund“ und „Erkenntnisgrund“ unterscheidet, und weiterhin ersteren in „wirkende Ursache“ und „Existentialgrund“, und letzteren in „Erkenntnisgrund a priori“ und „Erkenntnisgrund a posteriori“ einteilt. Nach Crusius hat menschliche freie Handlung keinen eindeutig determinierenden Grund, sondern nur wirkende Ursache, die jeder seinerseits ablehnen kann. Crusius gründet seinen Freiheitsbegriff auf die Wahrscheinlichkeitslehre, nach der freie Handlungen wegen der Endlichkeit des Menschen nur a posteriori erkannt werden. In meinem Beitrag versuche ich zu zeigen, dass im Freiheitsbegriff von Crusius, der „Grundtätigkeit der Freiheit“, ein Muster der Vereinbarkeit von der empirisch orientierten Freiheit und dem Determinismus einzusehen ist.
4. Proceedings of the XXIII World Congress of Philosophy: Volume > 14
Nicolae Rambu Das Leben als ein Geschäft. Überlegungen zu Schopenhauers Eudämonologie
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Mein Beitrag wird versuchen, die inneren Spannungen der Aphorismen zur Lebensweisheit Schopenhauers darzustellen. Zuerst geht es um den axiologischen Bankrott des Lebens, dann um ein moralisches Dilemma, in dem sich der Leser Schopenhauers befindet: Idealismus oder Weisheit. Am Ende des Beitrags stellt sich die Frage, ob die Aufgabe der Philosophie darin besteht, gegen „die moralischen und intellektuellen Ungeheuer“ auf unserer Welt kämpfen zu sollen. Kann also die Philosophie eine Therapeutik des Geistes sein? Das bleibt eine offene Frage.
5. Proceedings of the XXIII World Congress of Philosophy: Volume > 14
José Antonio Giménez Lust, Sprache und das gute Leben in Platons Philebos
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Die Platonforschung hat sich immer wieder mit den interpretatorischen Schwierigkeiten des Philebos befasst. Wahrscheinlich besteht die ernsthafteste Schwierigkeit dieses Dialogs darin, die Vielfalt der Themen, die hier behandelt werden, miteinander zu verbinden. Im Philebos wird die Frage nach dem guten Leben als Hauptthema vorgestellt, aber im Laufe des Dialogs werden sowohl dialektische Überlegungen über das Problem des Einen und Vielen als auch eine Klassifikation der ontologischen Gattungen des Kosmos eingeführt. Angesichts dieser Situation haben sich viele Interpreten ausschließlich auf die theoretischen Fragen konzentriert, ohne den Zusammenhang zwischen diesen Fragen und der ethischen Fragestellung zu berücksichtigen. Dieser Beitrag versucht zu erklären, wie die Frage nach dem guten Leben mithilfe der Begriffsanalyse behandelt werden soll, sodass die dialektische Reflexion über die Bedingungen der Sprache durch die Sachorientierung der ethischen Fragestellung erforderlich wird. Der Philebos kann demnach nur als eine kompositorische Einheit betrachtet werden, sofern man zunächst die hier vorliegende Verbindung von Ethik und Dialektik versteht.
6. Proceedings of the XXIII World Congress of Philosophy: Volume > 15
Birden Güngören Bulgan Die Kritik der Abstraktion der Menschenrechte
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Die Kritik der Menschenrechte hat seit der Französischen Revolution nicht aufgehört. Die Menschenrechte wurden nach der Französischen Revolution auf unterschiedliche Weise kritisiert. Neben der utilitaristischen und positivistischen Kritik lässt sich eine historische Kritik finden. Die Kritik der historischen Rechtsschule und auch Hegels Ansatz konzentrieren sich auf die Kritik des Naturrechts und der Abstraktion der Menschenrechte. Die historische Rechtsschule und Hegel sehen als Grundlage der Rechte die Sitten, die sich über lange Zeiträume und durch die Struktur der Gesellschaft historisch entwickelten. Der kulturelle Relativismus der Menschenrechte benutzt heute ähnliche Argumente. Jeder Staat hat seine eigene Dynamik und deshalb sind die universellen Menschenrechte nicht in allen Kulturkreisen gleichermaßen realisierbar. Hinzu kommt, dass die Menschenrechte auch als Legitimation für militärische Angriffe auf einige Länder missbraucht werden. Dadurch verlieren sie in anderen Regionen ein großes Potential ihrer Glaubwürdigkeit. Kann uns die von der historischen Rechtsschule und Hegel gebotene theoretische Basis in der Diskussion der Menschenrechte heute noch weiterhelfen? Hinzu kommt die Frage, ob die Menschenrechte einem Staat aufgezwungen werden können oder ob sie nicht doch durch einen internen Prozess der Staaten gefestigt werden müssen, damit sie nicht nur als Abstraktion bestehen.
7. Proceedings of the XXIII World Congress of Philosophy: Volume > 22
Werner Moskopp Protreptikos oder Kokolores: Transzendental-pragmatizistische Überlegungen zur Metaphilosophie
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Je mehr man Philosophie als savoir-vivre versteht, desto geringer fällt das Konzept einer Metaphilosophie ins Gewicht. Unter Ablehnung einer künstlichen Hyper- und Hyponomisierung philosophischer Selbstbestimmungsmomente (sc. Metaphilosophie, Metaethik und Metametaphysik sowie Spezialethiken etc.) wird in diesem Beitrag ein transzendental-kritischer Pragmatizismus als umfassende Methode des menschlichen „Machens, Wissens, Handelns“ etabliert. Pseudo-theoretisierende Metabolisierungen philosophischer Einzelaspekte werden zwar als ausgezeichnete künstlerische Formen protreptischer Rhetorik gerne befürwortet, entbehren jedoch ernstzunehmender Relevanz für das Selbstverständnis philosophischen Denkens. Der entscheidende Nachweis für diese starke These wird in der performativ-reflexiven Legitimierung der Abstraktionsleistung dieses Beitrags selbst zu suchen sein.
8. Proceedings of the XXIII World Congress of Philosophy: Volume > 22
Stefan Klingner Zur Funktion der intellektuellen Anschauung für die Rechtfertigung philosophischen Wissens bei J. G. Fichte
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Die neuere Fichteforschung interpretiert Fichtes Konzeption der intellektuellen Anschauung nahezu ausschließlich bewusstseinstheoretisch, besonders mit Blick auf das Problem des Selbstbewusstseins in der Philosophie des Geistes. Dabei wird übersehen, dass der Begriff der intellektuellen Anschauung für Fichte vor allem eine – dem Selbstverständnis der „Wissenschaftslehre“ entsprechende – erkenntnistheoretische Funktion hat. Mit ihm versucht Fichte zu zeigen, wie ein spezifisches Wissen a priori für ein einzelnes Subjekt möglich ist, indem er den Zugang zum philosophischen Wissen in der intellektuellen Anschauung verortet. Fichtes Konzeption der intellektuellen Anschauung sollte daher mit Blick auf jüngere Diskussionen eher in den Kontext der erkenntnistheoretischen Frage nach der Möglichkeit apriorischer Rechtfertigung bzw. der metaphilosophischen Fragen nach der Möglichkeit und dem Status philosophischen Wissens gestellt werden. Der Vortrag gibt einige Überlegungen zu einer solchen Kontextualisierung.
9. Proceedings of the XXIII World Congress of Philosophy: Volume > 24
Αικατερίνη Δώδου Ο δημιουργικός εκλεκτικισμός του Πέτρου Βράιλα Αρμένη
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Ο έλληνας φιλόσοφος Πέτρος Βράιλας Αρμένης (1812/13–1884) συγκρότησε φιλοσοφικό σύστημα, το οποίο έχει θεωρηθεί ως το αρτιότερο σύστημα νεοέλληνα φιλοσόφου και ως το μοναδικό που οικοδομήθηκε στα πλαίσια της γαλλικής σχολής του Πνευματοκρατικού Εκλεκτικισμού. Η διαμόρφωση του βραϊλιανού συστήματος γίνεται σε συνάρτηση προς την φιλοσοφική προβληματική της εποχής, στην οποία δέσποζε το πρόβλημα του λόγου και το πρόβλημα του όντος, που είχε προέλθει κυρίως ως συνέπεια του καντιανού σκεπτικού ιδεαλισμού και της μονιστικής οντολογίας του Εγέλου. Ο Βράιλας συγκροτεί την δική του φιλοσοφική απάντηση μέσα από μία δημιουργική διαλεκτική διαδικασία των σχετικών φιλοσοφικών αντιλήψεων που είχαν ήδη διατυπωθεί. Καρτεσιανές, αριστοτελικές, καντιανές, ροσμινιανές, κουζίνειες και εγελιανές είναι οι συνιστώσες του βραϊλιανού συστήματος, το οποίο δομείται με θεμέλιο και άξονα την έννοια του όντος. Ο Βράιλας θεμελιώνει το σύστημά του εκκινώντας από ό,τι θα μπορούσε να χαρακτηριστεί ως το βραϊλιανό cogito: πρόκειται για την συνείδηση του εγώ ως όντος, ενώ η ιδέα του όντος αποτελεί το πρώτο εξαγόμενο της αυτοσυνειδησίας του εγώ. Η βραϊλιανή φιλοσοφία - η οποία ορίζεται από τον ίδιο ως «ἡ ἐν τῷ ἀνθρώπῳ ἔλλογος συνείδησις τοῦ ὄντος»- δύναται να κριθεί ως μία πρωτότυπη σύζευξη φιλοσοφίας του συνειδότος και φιλοσοφίας του όντος.
10. Proceedings of the XXIII World Congress of Philosophy: Volume > 26
Matthias Warkus Prädikatenlogischer und zeichenlogischer Veränderungsbegriff
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Der traditionelle prädikatenlogisch fundierte Begriff von Veränderung als dem Unterschied im Wahrheitswert zweier Sätze, die sich nur in der Erwähnung verschiedener Zeitpunkte unterscheiden („Cambridge change“), ist als Werkzeug der deskriptiven Metaphysik, also zur Beschreibung lebensweltlicher Veränderung, nur nach erheblichen ontologischen Investitionen geeignet. Lebensweltliche Veränderung als Cambridge-Veränderungen zu beschreiben erfordert Mittel und Wege, sowohl Gegenstände als auch Eigenschaften sauber zu individuieren, zwischen veränderungsrelevanten und veränderungsirrelevanten (d.h. meistens: zwischen intrinsischen und extrinsischen) Eigenschaften zu unterscheiden, das Grundproblem der 3D/4D-Debatte zu lösen usw. Meiner Meinung nach kann ein zeichenlogisch und pragmatistisch fundierter Veränderungsbegriff, der auf der Zeichentheorie und der Pragmatischen Maxime von C.S. Peirce aufbaut, dieselbe oder eine größere Beschreibungsleistung mit wesentlich geringerem ontologischem Aufwand erbringen. Ich schlage hierzu vor, Veränderung als Objekt einer peirceschen (also: dreistelligen) Zeichenrelation zu rekonstruieren, in der das Repräsentamen und das Interpretans Handlungen bzw. Handlungsmöglichkeiten sind, die jeweils in Zeichenprozessen fungieren, die Kontinuanten wie Gegenstände oder stabile Vorgänge repräsentieren bzw. konstituieren. Diese Zeichenprozesse sind dabei als die jeweilige als „selbstanalysierende Handlungsregel“ strukturierte „Summe der Handlungsmöglichkeiten“, die nach Peirce jedweden Begriff ausmacht, zu verstehen.