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Grazer Philosophische Studien

Volume 20, 1983
Beiträge zur Philosophie von Stephan Körner

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1. Grazer Philosophische Studien: Volume > 20
Klaus Mainzer Philosophische Grundlagen und die Entwicklung der Mathematik
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Mit P. Bernays geht S. Körner in der Nachfolge von I . Kant und J.F. Fries davon aus, "daß eine gewisse Art rein-anschaulicher Erkenntnis als Ausgangspunkt der Mathematik genommen werden muß." Andererseits betont Körner einen Wechsel z.B. der geometrischen Anschauung in den nicht-euklidischen Geometrien, der durch die Unabhängigkeitsbeweise für geometrische Axiome (z.B. Parallelenaxiom) möglich wurde. Analog könnte man von einem Wechsel der mengentheoretischen Anschauung in nicht-cantorschen Mengenlehren sprechen, der durch Unabhängigkeitsbeweise mengentheoretischer Axiome (z.B. Auswahlaxiom, Kontinuumshypothese) eingeleitet wurde. In der Algebra werden Axiomensysteme untersucht, in denen nicht mehr alle anschaulichen Rechengesetze der (reellen) Zahlen (z.B. Kommutativgesetz bei Quaternionen, Assoziativgesetz bei Oktaven) gelten. Für die Analysis lassen sich nonstandard Modelle (A. Robinson) angeben. Angesichts dieses Pluralismus der Modelle und Axiomensysteme kann man nicht mehr von der einen anschaulichen Mathematik sprechen — wie in den Tagen von Euklid, Piaton, Leibniz und Kant. Es stellt sich daher die Aufgabe einer Erkenntnistheorie der Mathematik, deren Kategorien den modernen Problementwicklungen Rechnung tragen, aber auch ihre anschaulich-konstruktiven Grundlagen aufzeigen.
2. Grazer Philosophische Studien: Volume > 20
Hans Georg Knapp Unscharfer Begriff und Theoriendynamik — Mathematische Größe in Altertum und Mittelalter
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Die historische Entwicklung von Theorijen führt häufig zu einer Umgestaltung derselben, insbesondere hinsichtlich ihrer Grundbegriffe: Ist es überhaupt möglich, von einer über viele Jahrhunderte hinweg "gleichen" Theorie zu sprechen? Haben wir es in diesen Fällen nicht vielmehr mit losen Abfolgen unterschiedlicher Satzsysteme zu tun? -Der Begriff "Größe" bildet die Grundlage der klassischen geometrischen Theorie. Seine Änderung im Laufe der Zeit führt zu tiefgreifenden Umgestaltungen der Theorie. Er erweist sich als "unscharfer Begriff im Sinne Körners. "Neutrale Kandidaten" werden im Rahmen eines langfristigen Prozesses dem Begriff als "positive Instanzen" zugeordnet. Dies geschieht nicht in zufälliger Weise, sondern entsprechend einer im Begriff angelegten Tendenz (Wunsch, Absicht, etc.). Darin liegt der Grund für die Rede von einer über lange Zeit hinweg "gleichen" Theorie.
3. Grazer Philosophische Studien: Volume > 20
Ota Weinberger Eine Semantik für die praktische Philosophie
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Übereinstimmend mit Körner versteht der Autor unter 'praktischer Philosophie' die Gesamtheit der handlungsbezogenen Disziplinen. 'Handlung' ist informationsgelenktes Verhalten eines Subjektes. Der Handlungsbegriff wird durch den handlungsbestimmenden Informationsverarbeitungsprozeß charakterisiert. Handlungstheoretische Analysen erfordern eine erkenntnismäßig differenzierte Semantik. Der Begriff der Handlung setzt die Existenz von Handlungsspielräumen voraus. Der Autor kritisiert die Unterscheidung von kognitivem und präskriptivem Sollen und zeigt, daß Normsätze einer gegebenen Bedeutung in verschiedenen pragmatischen Funktionen verwendet werden können. Es werden die Begriffe 'Normenlogik' und 'deontische Logik' einander gegenübergestellt. Die Standardsysteme der deontischen Logik sind keine geeignete Basis für die normativen Disziplinen. Der Autor fordert die Ausarbeitung einer genuinen Normenlogik, in der Sollsätzen eine primäre und Darfsätzen nur eine sekundäre Rolle zukommt.
4. Grazer Philosophische Studien: Volume > 20
Myles Brand The Human Output System
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This paper recommends a framework for explaining largescale, complex actions. Philosophers have concentrated on simple actions — on hand raisings — far too long. Large-scale actions are the normal objects of legal and moral responsibility, as well as the kmd of activity for which the question of freedom is most pertinent. I focus on that part of the causal sequence constituting an action that begins after the decision and continues through the bodily movements: I call this part of the sequence 'the output system'. In particular, I am concerned to explain the cognitive attitude associated with planned, intentional action.I contend that the human output system is best explained through the judicious combination of folk psychology (commonsense psychology) and scientific psychology, broadly understood. Folk psychology sets the agenda, as it were. But it has its limitations; the key one being that its conceptual foundations are insufficiently rich or precise. Scientific psychology serves, in part, to articulate these conceptual foundations. This conception of the philosophical task — to adjudicate between folk and scientific psychology — contrasts with that of some philosophers. Stephan Körner, for one, has argued that the primary function of philosophy is to exhibit the structure and form of commonsense.
5. Grazer Philosophische Studien: Volume > 20
Peter Koller Rationalität und Moral
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Ausgehend von einer minimalen, mit unterschiedlichen moralisehen Vorstellungen verträglichen Bestimmung des Begriffs der Moral, die im wesentlichen an eine Explikation von Stephan Körner anknüpft, wird die Möglichkeit einer rationalen, intersubjektiv konsensfähigen Begründung moralischer Standards erörtert. Dabei werden zwei verschiedenartige Konzeptionen einer solchen Begründung unterschieden, nämlich die individualistische und die universalistische Konzeption, denen jeweils verschiedene Konzepte praktischer Rationalität zugrundeliegen: das Konzept individueller und das Konzept universeller praktischer Rationalität. Während die individualistische Konzeption (z.B. vertreten von Hobbes, Hume, Mackie) eine Begründung der Moral ausschließlich auf der Grundlage der realen individuellen Interessen der Menschen zu liefern versucht, gehen die Spielarten der universalistischen Konzeption (z.B. Kant, Utilitarismus, Rawls) stets von der idealisierten Vorstellung eines unparteilichen Standpunkts aus, von dem aus alle die gleichen Gründe haben, bestimmte Standards der Moral anzunehmen. Eine eingehende Diskussion des rational-individualistischen Modells führt zum Ergebnis, daß das Konzept individueller praktischer Rationalität für sich allein keine tragfähige Grundlage einer annehmbaren Vorstellung von Moral darstellt und daß eine angemessene Konzeption der rationalen Moralbegründung jedenfalls bestimmter Annahmen universeller Art bedarf.